Das soll ich essen?

Man hört ja immer, dass man weniger tierische Lebensmittel zu sich nehmen soll und sich mehr oder ausschließlich pflanzlich ernähren soll:

  • Zuviel Fleisch steigert das Darmkrebsrisiko
  • Veganer haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf Erkrankeungen
  • Pflanzliche Lebensmittel enthalten mehr Ballaststoffe
  • Pflanzliche Produkte sind reich an Folsäure, Vitamin C, Vitamin E und Magnesium
  • Viele sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe
  • Veganer haben eine geringere Prävalenz für Diabetes, Adipositas und Krebserkrankungen
  • Veganer haben durchschnittlich ein geringers Körpergewicht, einen geringeren BMI

ABER es gibt auch Schattenseiten in der fleischlosen Ernährung:

  • weniger Omega-3-Fettsäuren, denn die sind ja vorwiegend in Fisch, Eiern und Meeresfrüchten, da muss man schon eine ganze Menge Nüsse und Samen essen und natürlich Sojaprodukte um das auszugleichen
  • Vitamin D ist vorwiegend in fettreichen Fischen, Leber und Eigelb. Pflanzliche Quellen sind Pilze und Margarine, da ist die Bioverfügbarkeit aber deutlich schlechter. Gerade in sonnenarmen Monaten (aktive Form von Vitain D wird da durch die Sonneneinstrahlung auf der Haut gebildet) kann es zu Magel kommen, außer man nimmt angereicherte Lebensmittel zu sich oder Vitaminprodukte
  • Calcium, die Hauptquelle sind da ja bekanntlich Milch und Milchprodukte. Man kann natürlich Brokkoli und grünesBlattgemüse oder auch Tofu konsummieren, aber gerade vom Gemüse muss man schon ganz schön große Portionen zu sich nehmen um einigermaßen an den Calcium Gehalt eines Joghurts oder eines Glas Milchs heranzureichen
  • Auch Eisen ist in tierischen Lebensmittels wesentlich besser verfügber, vor allen im roten Fleisch. Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte sind zwar auch reich an Eisen, manche Gemüse enthalten sogar mehr Eisen als Fleisch, aber Eisen aus pflanzlichen Quellen wird nur etwa 2-20 % resorbiert, bei tierischen Quellen sind es 15-35%. Laut der WHO ist Eisenmangel der häufigste Nährstoffmangel weltweit und 75% der deutschen Frauen nehmen zu wenig Eisen auf. Für Fraue3n unter 50 Jahren werden täglich mindestens 15 mg Eisen empfohlen, die tatsächliche Aufnahme liegt aber bei etwas10-11 mg (Österr. Ernährungsbericht 2012), also deutlich zu wenig.
  • Vitamin B12, ist wohl der größtes Problemfall der pflanzlichen Ernährung wie selbst die Vegane Gesellschaft Österreich zugibt und eine Supplementierung empfiehlt (so habe ich es zumindest auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung, bei der Vertreter der Veganen Gesellschaft anwesend waren, gehört), der Gehalt an Vitamin B12 in Sauerkraut und Bier ist wohl doch nicht ausreichend und alle Veganser sind wohl auch keine Biertrinker
  • Auch bei Zink sind die Hauptquellen Fleisch unf Innereisen, allerdings enthalten auch pflanzliche Lebensmittel wie Getreidekeime und Nüsse ausreichend Zink, sodass zumindest in diesem Fall Mangelerkrankungen selten sind

Pfalnzliche Lebensmittel sind gesund, keine Frage, auch Gemischtköstler sollten öfter zu Obst und Gemüse greifen. Als Flexitarier(häufig fleischlos, aber nicht immer) liegt man zudem voll im Trend. Als Vegetarier lebt man zweifellos auch gesund, sofern man sich nicht nur von Süßspeisen ernährt (Pudding Vegetarier) und profitiert zudem noch von Vitamin uns Mineralstoffen aus Milch und Ei.

Rein Vegane Ernährung erfordert in jedem Fall ein großes Wissen rund um Lebensmittel und Nährstoffe und eine sorgfältige Speisenplanung und kann speziell bei Kindern, Jugendlichen im Wachstum, Schwangeren und Stillenden ein Problem darstellen.

Ich bin nicht prinzipiell ein Feind der Veganer auch wenn ich zu den Flexitariern zähle und mich häufig ovo-lakto vegatarisch ernähre, aber von Zeit zu Zeit auch ein gutes Steak zu schätzen weiß.

Was mir aber deutlich Bauchweh bereitet ist die Tatsache, dass es viele neu vegetarische und vegane Lebensmittelprodukte am Matkt gibt, hauptsächlich „Ersatzprodukte aus pflanzlichem Eißweiß, sowie Mich und Ei Proteinen, wie „Fleischlose Wurst“, die ohne eine Vielzahl von Zusatzstoffen nicht auskommen um eine einigermaßen fleischähnliche Konsistenz zu erzeugen.

Verdickungsmittel, Farbstoffe, Aroma, Säureregulator, Geschmacksverstärker und Antioxidationsmittel, ob das noch gesund ist? Fleischlos keine Frage, aber zu welchem Preis?

Für mich gilt: zuerst informieren (Inhaltsstoffe lesen), mit konventionellen Produkten vergleichen und Vor- und Nachteile abwägen, denn nicht alles fleischlose ist gesund! Bei manchen Produkten vergeht mir der Appetit, wenn ich mich mit den Inhaltsstoffen beschäftige, aber nicht essen ist auch eine Möglichkeit Kalorien einzusparen, es reicht offenbar auch wenn einem der Appetit vergeht! Wenn schon vegetarisch oder vegan am besten so wenig wie möglich verarbeitet, sondern so natürlich und Bio wie möglich!